Rouanet-Gymnasium Beeskow

Studienfahrt zur barocken Elbperle

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Autor: Bastian Drendel

Datum: 24.10.2012

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Während der letzten Septemberwoche dieses Jahres führte es uns – den Chemieleistungskurs der Q3 - für eine Woche in eine der geschichtsträchtigsten und zugleich für die Forschung bedeutendsten Städte unseres Landes. Nach einer kurzweiligen Zugfahrt gen Sachsen konnten wir am frühen Nachmittag unsere Zimmer, im Ölfarbkunst gesäumten 6. Stock, des Jugendgästehauses in Dresden beziehen.

Dresden erscheint dem Kurzzeitbesucher wie ein Dipol: einerseits die geschichtsträchtige Kunst- und Kulturstadt mit der Frauenkirche in ihrem Zentrum, andererseits die hochmoderne Forschungsstadt. Dementsprechend teilte sich auch unser einwöchiger Besuch in zwei Teile: Wir erhielten nicht nur einen Einblick in den akademischen Alltag der TU Dresden, sondern erweiterten ebenfalls unseren kulturellen Horizont durch Besuche der "Inneren Neustadt" als auch der Semperoper.

Am Nachmittag unseres zweiten Tages in Dresden ging es in das Laboratorium der Fakultät: mit der obligatorischen Schutzbekleidung ausgerüstet sowie in der Obhut zweier Lehramtsstudentinnen und Frau Dr. Günther setzten wir unser bisher erworbenes Wissen in den Bereichen der Redoxchemie als auch der Säure-Basen-Titration um und vertieften es in einem Maßstab, welcher aus Zeitgründen im Rahmen des Unterrichts nur schwer möglich wäre.

Die TU Dresden beherbergt eine der größten Farbstoffsammlungen weltweit. Im Jahre 1880 begonnen, stellt sie heute eine kaum gleichbare Illustration der Entwicklung von historischen Farbstoffen dar. Der Ausstellungsraum wirkt genauso historisch wie seine Sammlung: mit seinen alten, braunen Schränken und vergilbten Etikettierungen. Damit erzeugt er eine urische Atmosphäre, in welcher wir neben Purpur z.B. das königliche Indigo als auch das hochgiftige Schweinfurter Grün einmal in Augenschein nehmen durften.

An den letzten Tagen wurde unser Wissen der physikalischen Chemie durch eine Vorlesung von Prof. Dr. Wolff aufgegriffen und erweitert. Im Anschluss besuchten wir das Max Planck-Institut für chemische Physik fester Stoffe, dessen Forschung dem Erkenntnisgewinn über die chemischen wie auch physikalischen Eigenschaften neuartiger metallreicher Verbindungen während der Übergänge zwischen verschiedenen Phasen gewidmet ist. Aus diesem Grunde steht die Kollaboration zwischen Physikern und Chemikern im Institut an vorderster Stelle, welche ihre Ergebnisse mit Wirtschaftspartnern teilen und somit den Markt optimieren.
Aufgrund dieses Forschungsziels stießen wir auf für unsere Vorstellungen eher untypische Chemielaboratorien: ein mit Argon gefüllter Kasten stand im Zentrum des Labors; in ihm befanden sich alle benötigten Stoffe, wie auch die benötigten Arbeitsgeräte, wie Zangen, Handschuhe und natürlich Reaktionsgefäße. Durch in das Plexiglas eingelassene Gummihandschuhe, welche aufgrund des hohen Drucks nach außen gestülpt waren, wird nun im Inneren der Box experimentiert. Diese Vorrichtung ist notwendig, denn stark reaktive Stoffe lassen sich unter Sauerstoffeinfluss oft schwer steuern und könnten außer Kontrolle geraten.

Nach einem abschließenden Abendessen im Schillergarten führte es uns am Freitagmorgen gen Heimat.