Rouanet-Gymnasium Beeskow

Ihr wart in Russland?! …und wie ist es da so?

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Autor: Gina Kraft und Ulrike Amelung

Datum: 09.10.2014

Diesen September 2014 machten sich 11 Schüler aus verschiedenen Jahrgängen im Rahmen des Schüleraustausches mit Frau Selke und Frau Tietz auf den Weg zu unserer Partnerschule, ein Deutsch-Gymnasium, in Voronezh. Nicht alle waren der russischen Sprache mächtig, doch das hielt sie nicht auf, neue Orte und Leute dieser Welt kennenzulernen! Mit Aufregung, Vorfreude, aber auch Ungewissheit dachten wir an die Reise in dieses riesige Land und kamen – mit lauter neuen, lustigen und interessanten Eindrücken zurück. Diese Reise hat Wiederholungsbedarf!

Die zweiwöchige Reise begann für uns Sonntagmorgen in Berlin am Flughafen Tegel. Unser Flug brachte uns in 2h20min über zwei Zeitzonen hinweg gen Osten nach Moskau. Dort stiegen wir abends in den anschließenden Nachtzug ein, der uns bis zum Montagmorgen nach Voronezh bringen sollte. Nach einer Tasse Tee, einem kleinen Abendsnack im Zug und geselligem Geplauder legten wir uns in die Betten und schliefen in Gedanken an die folgenden Tage ein. Etwa 500km südlich von Moskau lag Voronezh – für russische Verhältnisse also ein Katzensprung. Dort erwarteten uns bei unserer Ankunft schon unsere russischen Austauschschüler. Die Zeit reichte noch für ein erstes Gruppenbild (es sollten noch viele folgen!) und gleich wurden wir in unsere Gastfamilien entlassen. Dank vorhergehendem E-Mail- oder Facebook-Kontakt waren es keineswegs Fremde, auf die wir da trafen. Wir tauchten ein in ihren Alltag und ließen uns von der russischen Gastfreundschaft verwöhnen.

Am Dienstag begleiteten wir unsere Austauschpartner in das Gymnasium N°6, wo wir sofort feierlich mit traditionellem Tanz empfangen wurden! Zur Begrüßung wurde ein schmuckvoll gebackenes Milchbrot mit Salz serviert, das nach russischem Brauch viel Glück bringen soll. Anschließend wurden wir durch das Schulgebäude geführt und nahmen am Unterricht teil. Neu waren für uns auch einige Fächer, die beispielsweise das Verhalten in Extremsituationen oder den Umgang mit Waffen lehren. - Und auch die Schultoiletten waren eine Erfahrung. Nachmittags stand eine Stadtrundfahrt durch Voronezh auf dem Programm. Die Stadt hat rund 890 000 Einwohner und liegt am gleichnamigen Fluss, der in den Don mündet. Es gibt viele Parks, Denkmäler und Sehenswürdigkeiten. Bei einem Begrüßungskonzert am Mittwoch zeigten Schüler aller Jahrgangsstufen ihre Talente und wir lernten russische Lieder und Tänze kennen. Auch die nächsten Tage verbrachten wir gemeinsam mit unseren russischen Freunden hauptsächlich in der Schule. Wir lernten den Baseball-ähnlichen Sport „Lapta“ kennen, waren in der Phonothek, arbeiteten an gemeinsamen Projekten unter unserem diesjährigen Motto „Musik“ und waren nachmittags immer mit unseren Austauschpartnern unterwegs.

Ein Höhepunkt war das Stadtfest am Samstag, denn Voronezh feierte seinen 428.Geburtstag! Es gab viele Attraktionen, eine Flugshow, Konzerte und zum Abschluss ein riesiges romantisches Feuerwerk. Der größte unserer Ausflüge war der in das Naturschutzgebiet „Diwnogorje“, das etwa 100km südlich von Voronezh am Ufer des Don liegt. Es handelt sich um riesige Kreidefelsen, in welche vor etwa 370 Jahren ukrainische Mönche eine Kirche geschlagen haben. Es sind mystische, schneeweiße Gewölbe mit einer beeindruckenden Akustik. Wir wurden auf einen traditionellen Hof aus dem 19.Jahrhundert geführt, picknickten bei heiterem Sonnenschein und genossen den Blick auf eine wunderschöne, weite Landschaft, die sich vor uns ausbreitete. Im Anschluss daran besuchten wir eine der bedeutendsten archäologischen Fundstellen der Erde, eine steinzeitliche Siedlung im Alter von 22 000 Jahren und lernten dort das Mammut „Stepan“ kennen. Somit lag ein eindrucksvolles Wochenende hinter uns, das auch viel Wissenswertes mit sich brachte, aber vor allem hatten wir viel Spaß mit unseren russischen Freunden!

In der nun anstehenden Woche besuchten wir wieder den Unterricht oder tüftelten an unserem Abschiedskonzert, für das wir uns viele musikalische und lustige Beiträge ausdachten. Dieses Programm wurde am Mittwochnachmittag feierlich präsentiert und hinterher gab es Pizza, Musik und Tanz, um den letzten gemeinsamen Abend zu genießen, denn am Donnerstag hieß es Abschied nehmen. Die meisten nutzten den freien Tag für Souvenireinkäufe in einem der großen Einkaufszentren der Stadt und abends trafen alle wie geplant am Bahnhof ein. Es war eine wunderbare Zeit und so stiegen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge (Das ist metaphorisch; es waren wohl eher zwei weinende Augen…) in den Nachtzug nach Moskau.

Moskau war das letzte Highlight unserer zwei Wochen in Russland. Ein exklusiver Kleinbus fuhr uns durch die Hauptstadt und wir bekamen die wichtigsten Gebäude und Plätze zu sehen. Natürlich verließen wir Russland nicht, ohne einmal auf dem Roten Platz gewesen zu sein und die wunderschöne, märchenhafte Basilika-Kathedrale mit eigenen Augen gesehen zu haben - sie ist wirklich wunderschön. Der Flug brachte uns nach Zeitzonenverrechnung innerhalb von 15min zurück nach Berlin.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die diese Chance auf einen russischen Schüleraustausch möglich machen! Vielen Dank an alle unsere lieben Gastfamilien und insbesondere an unsere Lehrer Frau Tietz und Frau Selke sowie an unsere russischen Lehrer Frau Galina Schukina und Frau Sofia Drobotowa. Auch Frau Fiedler sei für die Organisation gedankt. Es hat uns mit Ihnen viel Spaß gemacht!