Rouanet-Gymnasium Beeskow

Sporttag Klasse 7&8

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Autor: Jens Voigt

Datum: 03.09.2015

Was kann an einem Gummihuhn so mitreißend sein?
Du kümmerst dich bitte um den spielerischen Teil des Sportfestes der 7. und 8. Klassen, Jens!

Kollegin Hoever, die mit den anderen Sportkollegen im Stadion in der Leichtathletik den Hut aufhatte, hatte offenbar Vertrauen in mein Gespür, die Sportler zwischen den Leichtathletik-Stationen Weitsprung, Sprint, Wurf und Mittelstrecke mit einem Spiel in Aktion zu bringen.

So entschied ich mich für Hugalele, ein Outdoor-Strategiespiel, das in der Sozialpädagogik entwickelt worden war. Da aber kurzfristig der Sportplatz gesperrt worden war, zogen wir dazu in die Turnhalle.
Als Spieleautor wusste ich, dass eine kleine Story für solch ein Spiel immer ganz hilfreich ist:

Den vor mir sitzenden Klassen erzählte ich:

Zwei Völker besitzen je ein heiliges Huhn, das in einem Käfig gehalten wird. Besitzt ein Volk beide Hühner, hat es die Weisheit der anderen erobert. Dies geht gewaltfrei und fair ab- die Krieger anerkennen die Kraft und Schnelligkeit der Gegner und gehen, falls diese sie gefangen haben, freiwillig ins Gefängnis. Allerdings können sie aus dem Gefängnis auch wieder befreit werden. Nämlich wenn ein eigener freier Krieger sich zum Gefängnis durchgekämpft hat und sie berührt.
Zum echten Krieger aber werden sie erst, wenn sie das eigene Land wieder erreicht haben.
Gelingt es einem Team, das gegnerische Huhn ins eigene Land zu holen (es muss übrigens vorsichtig behandelt werden und darf in keinem Fall geworfen werden), hat das Team einen Punkt erzielt.

Erstmals kamen die in der heimischen Werkstatt gebauten Schilder „finsterer Knast“, „heiliges Huhn“ und „rettende Insel“ zum Einsatz. Zusammen mit den fleißigen Helfern Madeleine und Saskia hatten wir das Spielfeld vorbereitet, die wenigen Spielregeln waren schnell erklärt.

Von der ersten Sekunde an konnte man in den Gesichtern die Spannung, den Spaß und den Einsatzwillen ablesen. ‚Würde ich vielleicht der/diejenige sein, die das Huhn über die Linie trägt?‘ Sicher dachten einige Spieler/Spierinnen so oder ähnlich.
Die Aufgabe klang so leicht- das Huhn der anderen lag nur etwa 10 Meter vom eigenen Land entfernt in seinem Käfig, bis zur eigenen Insel waren es gar nur 5 Meter, doch schnell war klar, dass jedes Volk sein eigenes Huhn natürlich auch beschützte.
Schnelle Jungs, Sprintasse, mussten feststellen, dass sie von „langsameren“ Mädchen durchaus gefangen werden konnten, wenn diese zu dritt zusammenarbeiteten. So waren die Schnellsten meist als erste im „finsteren Knast“. Die Hoffnung lag nun auf den Zweitschnellsten….
Während sich nun alle auf die Favoriten konzentrierten, schnappte sich unbemerkt das kleinste (und vermeintlich schwächste) Mädchen das Huhn und flitzte mit ihm in ihr Land und gewann den ersten Punkt: 1:0.

Können wir noch eine Runde spielen, Herr Voigt?

Auf den Stirnen der Spieler war Schweiß getreten und es war den Gesichtern anzusehen, dass sich jeder sehr angestrengt hatte. Es war noch genug Zeit und wir konnten eine zweite Runde spielen.
Zuvor gestattete ich ihnen eine Strategieberatung. Ab jetzt wurde gemeinsam gehandelt. Dummerweise gingen die Gegner nun ebenfalls taktisch geschickter vor.
Überall musste man seine Augen haben. War man in „Feindesland“, konnte man abgeschlagen werden, doch nur hier konnte man das heilige Huhn erobern oder die eigenen Leute aus dem Gefängnis befreien. Gleichzeitig durfte man das eigene Land nicht ungeschützt zurücklassen.
Verzwickte Situation.

Als die Zeit an der Station abgelaufen war, lagen sich die Gegner teilweise in den Armen, lachten und scherzten über hereingefallene Finten und misslungene Ausbruchversuche. Niemand hatte versucht, die Regeln zu umgehen, niemand ging unfair zuwege und alle fühlten sich als Team. Die Schiedsrichter hatten wenige Arbeit.

Mehrfach kamen auch Schüler wieder zurück in die Halle und boten sich an, bei der einen oder anderen Mannschaft auszuhelfen (und das, nachdem sie gerade einen 1000m- Lauf hinter sich hatten).